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Abschied von Seifi

Abschied von Seifi

Dunkelheit kann sehr verschiedene Formen und Farben haben. Nicht immer bemerkt man sie sofort und viel zu oft erkennt man sie zu spät. Denn, hat sich das finstere Gefühl erst in Kopf und Seele gefressen, ist das Entkommen schwierig.
Man läuft Gefahr, sich in ihr zu verlieren.
Damit das nicht passiert, muss man sich an jedem noch so kleinen Tropfen Licht festhalten.
Es ist auch das Einzige, was wir jetzt tun können - das Festhalten an den hellen Erinnerungen.

Lieber Seifi,

ich höre dich immerzu lachen, denn das hast du wirklich gerne getan. Über die unsinnigsten Dinge. Tränen lachen, mit Augen, die immer kleiner geworden sind, ein lautloses Sich-Wegkichern. Weil dir der perfekte dumme Spruch eingefallen oder eine Idee gekommen ist, wie du einen kleinen oder großen Blödsinn veranstalten kannst.
Und es tut so weh, nun darauf verzichten zu müssen.
Deshalb sage ich dir eins jetzt gleich: Wehe, du bewegst deine großen Füße im Sommer nicht in die Steinstraße. Dann mache ich dir von hier aus Feuer unterm Hintern.
Du darfst auch als Gespenst in der Kerbehütte dein Unwesen treiben, wenn dir das besser gefällt (wovon ich ausgehe, ich kann es geradezu vor mir sehen).
Hauptsache, ich kann dich finden.
Wie die anderen auch, die ich nicht mehr in echt festhalten kann.
Du fehlst. Ihr fehlt alle.


Am Licht festhalten also. So gut es geht.
Wenn die Trauer kommt. Wenn das Lachen zurückkehrt.

Und wenn die Dunkelheit jemals nach euch greifen sollte, dann haltet euch besonders gut fest. An eurem Kerbe-Pulli, einem Baumstamm, einem Geländer. Sagt laut euren Namen. Und ruft jemanden an. Denn es gibt immer jemanden, dem ihr wichtig seid.











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